"UpArt e.V. präsentiert" SUN RA ARKESTRA

THE SUN RA CENTENNIAL DREAM ARKESTRA UNDER THE DIRECTION OF MARSHALL ALLEN LIVE AT THE BABYLON

Ewig wandelbar, verjüngt und neuerstarkt präsentierte sich das Sun Ra Arkestra unter der Leitung von Marshall Allen auf "Live at the Babylon" im Istanbuler Musikclub Babylon, als 14-köpfiges Centennial Dream Arkestra. Es ist eine Punktlandung am 100. Geburtstag des Gründer-Tausendasses Sun Ra, zum Auftakt der Jubiläumstournee 2014, die um den ganzen Globus führte.

Es sind grandiose Talente erwachsen, etwa der Pianist Farid Barron, Sun Ras derzeitiger Stellvertreter.

Barron hat mit seinem Timing, Phasierung und Klangfarbe Art-Tatum-Format und bereits das Jazz at Lincoln Center Orchester von Wynton Marsalis bereichert, bevor er die Reise ans andere Ende des Jazz-Kontinuums begann. Von Allen entdeckt auch die Violinistin und vor allem Vokalistin Tara Middleton, die mit ihrem samtig vibrierenden, imposanten Alt den Raum von zwei Arkestra-Legenden einzunehmen vermag, von June Tyson und Art Jenkins. James Stewart überzeugt am Tenorsaxofon. Die gesamte Rhythmussektion brillier, stellt musikalische Bezüge zur Bandhistorie her.

Das Jubiläums-Konzert im Babylon ist dem Enthusiasmus der Brüder Mehmet und Ahmet Ulug zu verdanken. Als hartnäckige Sun-Ra-Fans gelang es ihnen tatsächlich, am 15 April 1990 das Arkestra erstmals nach Istanbul zu holen. Unerfahren als Veranstalter chauffierten sie die Band auf einem Tierflader über die Hauptverkehrsader zum Taksim-Platz, wo sie in der Nähe einen Saal organisiert hatten. Die ungewöhnliche Maßnahme hat hunderte Neugierige angelockt, die sich an das Spektakel bis heute lebhaft erinnern.

Das Konzert war ein voller Erfolg. Die Brüder Ulug gründeten daraufhin die Musikproduktionfirma "prozitif" und später das Babylon. Ein Istanbul-Mythos war geschaffen. So ist die vorliegende DVD / CD Special-Edition Mehmet Ulug gewidmet, der 2012 viel zu früh verstorben ist und mit dem Babylon etwas Großartiges hinterlassen hat.

Marshall Allen, Knoel Scott und Elson Nascimento sind die Zeitzeugen des Arkestras, die den großen Moment in Istanbul dokumentieren. Der Verdienst geht an Marshall Allen, der seit Jahren kontinuierlich den unermesslichen musikalischen Schatz auswertet den Sun Ra hinterlassen hat. Aufnahmen, die bei den endlosen Proben in Sun Ras Hauptquartier entstanden sind. Werke wie "Ra#2" und "Carefree #2" erleben eine grandiose Auferstehung - Es ist sensationell. Es ist Sun Ra, neu entdeckt.

 

Standing on the shoulder of giants

 

Upart e.V. ist stolz darauf im  Mai 2019 zwei Konzerte im Frankfurter Hof präsentieren zu dürfen. Bei beiden Konzerten handelt sich um Acts, die aus einer Vergangenheit herüber kommen, in  der die musikalischen Weichenstellungen für unsere Helden und Heroinnen - von Peter Brötzmann über John Zorn und Ken Vandermark bis zu Jaimie Branch - getroffen worden sind.

 

Wir präsentieren am 17.5.2019 um 20 Uhr mit dem Frankfurter Hof Mainz und dort das Sun Ra Arkestra und 29.5.2019 das Benny Golson Quartett am gleichen Ort zu gleicher Zeit.

 

Das Sun Ra Akesta wollte seit den 50zigern zu neuen Welten im outerspace vorstoßen,  in die Freiheit des allermodernsten Jazz. Dies war auch ein politischer Input, aufgenommen z.B. von den amerikanischen Ton-Stein-Scherben, den MC5. Auf ihrer legendären Politrockscheibe Kick out the jams  findet sich neben frühem Metalgedröhne eine Interpretation von Sun Ras Starship. Sun Ra ist 1993 ins outerspace gegangen, doch seine Musik lebt hier down on earth mit dem Arkestra weiter.

 

Der 89jährige Saxofonist Benny Golson ist einer der letzten Veteranen des Bop, der u.a. mit Art Blakeys Jazz Messengers spielte und den Song stablemates für Miles schrieb. Er ist eine living legend aus der spannenden Zeit von Miles Davis und John Coltrane auf den er sich heute noch gerne bezieht. Miles Davis soll ihn gefragt haben, nachdem er stablemates eingespielte, was er er beim Schreiben da denn geraucht hätte.

 

Wir freuen uns auf zwei spannende Konzerte.

 

P.S.: Zum Auspruch standing on the shoulders of giants: Der wird zwar gerne im Zusammenhang mit Jazzgeschichte zitiert, geht aber zumindest auf Sir Isaac Newton zurück, wenn er nicht sogar noch älter ist. Newton soll ihn genutzt haben um Plagiatsvorwüfe zu kontern. Ja, er habe auf giants gestanden, aber nur auf solchen und nicht den Kritiker, der übrigens eher klein gewesen sein soll, in  dieser Sicht wohl in jeder Beziehung.

 

 Uwe Saßmannshausen (UpArt e. V.)

 

 

Jazz
Fr., , Frankfurter Hof
Beginn: 20:00 Uhr, Einlass: 19:00 Uhr



Veranstalter: mainzplus CITYMARKETING GmbH / Frankfurter Hof

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