NOA

Noas neues musikalisches Projekt heißt ›Letters to Bach‹ und wurde von Quincy Jones produziert. Es handelt sich um 12 Instrumentalstücke von Johann Sebastian Bach, zu denen Noa Texte auf Englisch und Hebräisch geschrieben hat.

Als sie ihre ersten Meriten hierzulande sammelte, da war sie noch fast unbewaffnet. Da stand sie im Hamburger Stadtpark als Support von Pat Metheny auf der Bühne hinter ihren Congas und sang zum Rhythmus dort im Norden bislang nie vernommene Weisen. Danach wunderte sie sich über den tosenden Applaus und vielleicht auch darüber, dass Metheny lieber eine halbe Stunde wartete, bis das Publikum sich beruhigt hatte und er sich auf die Bühne traute.

Diese Zeiten sind zwar vorbei, nicht aber jene schwer zu beschreibende Faszination, die von Noa noch immer ausgeht. Sie trat mit ihrem Gitarristen Gil Dor im Duo auf, mit George Benson, Zucchero und Stevie Wonder, sie scharte Bands um sich und zuletzt sogar ganze Symphonieorchester. Zentrum aber blieb immer ihre Stimme, blieben ihre präzisen und doch nie glatt gebürsteten Intonationen. Ein Freund sagte uns einmal bei einem Konzert der Israelin, wer Noa noch nie habe erleben dürfen, der wisse gar nicht, was Singen bedeuten und bewegen könne. Wir ließen unsere Erinnerungen an ihre Konzerte Revue passieren und legten dem Freund die Hand auf seine Schulter.

Ich wurde 1969 in Israel geboren. Meine Wurzeln liegen in der alten jüdischen Gemeinde im Yemen. Meine Großeltern zogen in den zwanziger Jahren nach Israel, wo meine Eltern geboren wurden. Als ich zwei Jahre alt war, zogen meine Eltern nach New York, in die Bronx, wo ich die ersten 16 Jahre meines Lebens verbrachte. Mit 17 kehrte ich allein nach Israel zurück, der Liebe wegen.Ich verbrachte zwei Jahre beim israelischen Militär, wo ich für die Soldaten sang, und dann ein Jahr an der "Rimon Musikschule", wo ich Gil Dor traf. Gil war in einigen Kursen mein Lehrer, und er machte einen unglaublichen Eindruck auf mich, als Lehrer wie als Mensch. 1990 gaben wir zusammen ein Duo Konzert auf einem Festival in Tel Aviv .

Es war eine der aufregendsten Nächte meines Lebens. Seither arbeiten Gil Dor und ich zusammen.Ich begann zu singen, als ich drei Jahre alt war. Meine Eltern stellten mich auf den Tisch und drückten mir als Mikrophonersatz eine Karotte in die Hand. Mit sieben begann ich, Lieder zu schreiben, über Gott, Kakerlaken, Bäume und die Liebe. Seither habe ich nicht aufgehört, zu schreiben und zu singen - der Inhalt der Lieder ändert sich im gleichen Maße wie ich es tue. Ich halte das für ein unglaubliches Privileg.Im Laufe meiner Karriere mit Gil Dor habe ich drei internationale - und vier israelische Alben aufgenommen, hunderte Konzerte auf der ganzen Welt gegeben und zahllose bemerkenswerte Menschen getroffen. Ich habe unter anderem für den Papst, Bill Clinton, Steven Spielberg und Yitzhak Rabin gesungen. Ich habe die Bühne geteilt mit Sting, Stevie Wonder, Carlos Santana, Quincy Jones, Sheryl Crow und unzähligen anderen unglaublich talentierten Menschen aus der ganzen Welt. Auch das halte ich für ein unglaubliches Privileg.

Den stärksten musikalischen Eindruck hinterließen bei mir Künstler wie Joni Mitchel, James Taylor, Leonard Cohen und Paul Simon. Ich liebe Lyrik, besonders E.E. Cummings und Octavio Paz. Aber ich werde von so vielen Leuten und Orten inspiriert : ich versuche einfach, meine Augen und meine Ohren, und ganz besonders mein Herz, immer weit offen zu halten.Am 21. März 2001 wurde ich Mutter. Mein Sohn Ayehli wurde am ersten Tag des Frühlings geboren, und von dem Augenblick an, als ich ihn zum ersten Mal sah, änderte sich mein Leben unwiderruflich, dramatisch. Ayehli zu tragen, zu gebären und aufzuziehen ist die schönste und herausforderndste Erfahrung, die ich in meinem Leben gemacht habe. Ich durchlebte alle möglichen Extreme : Liebe, Schmerz, Geduld, Müdigkeit, Kraft, Erneuerung und, wieder und wieder, Liebe. Einen Wirbelsturm an Zärtlichkeit, Sorge, Leidenschaft, Mitleid und Selbstlosigkeit hat mein Leben umhüllt und mich weit, weit davongetragen.Ayehli, "mein anderer Flügel", hat mich soviel gelehrt, über mich selbst und die Welt - es ist überwältigend. Seine Mutter zu sein ist wahrscheinlich das größte aller Privilegien.

So., , Synagoge Mainz, Hindenburgstr. 44 (Neustadt)
Beginn: 19:00 Uhr, Einlass: 18:00 Uhr

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