21. Akut-Festival

23. bis 24. November 2018 Mainz, Frankfurter Hof

Das Akut-Festival für Jazz, gegründet 1987 an der Mainzer Universität, hat seit nunmehr 26 Jahren seinen festen Platz im Frankfurter Hof im Herzen der Mainzer Altstadt.
 Eines hat sich in der Konzeption des Akut-Festival in all den Jahren nicht geändert: das Akut ist und bleibt ein Festival, das international besetzt, spannende und innovative musikalische Projekte aus dem Grenzbereich zwischen Jazz, Avantgarde und Rock präsentiert, die gerne in der Folge auf den ganz großen europäischen Festivals endgültig durchstarten. 
Erstmalig seit 2004 findet das Akut-Festival im Jahre 2018 wieder an zwei Tagen statt.

Sa. 24.11.

Ditzner & Lömsch (D)

Erwin Ditzner (dr, perc)
Lömsch Lehmann (ts, cl, bs)

Bereits seit 2007 besteht das Ditzner Lömsch Duo, das schon 2008 mit dem Album „Schwoine“ (auf fixcel records) mit experimentierfreudig gewitzter Musik jenseits aller musikalischen Kategorien begeisterte. 

Das Duo spielt einen zeitlosen Jazz in traumwandlerischen Interaktionen und mit offensichtlicher Seelenverwandtschaft.
Ihre Musik entzieht sich jeglicher Kategorisierung, bezieht die Tradition der Musik mit ihrer all ihrer Melodiosität und dem Groove, der aus den Ostinati entspringt, mit ein.
Ditzner nutzt die rhythmischen Sounds der Drums, der elektrischen Zither und der Percussion aus, Lömsch Lehmann lässt die Klarinette vibrieren und klagen, spielt das Tenorsaxophon singend mit Überblastechniken und aufgerauten Tönen.
Kritiker sprechen von einer Waghalsigkeit mit der sich die beiden Musiker in die kreative Improvisation stürzen.
Und deshalb sind Ditzner und Lehmann trotz der Besinnung auf die Tradition weit vom Mainstream entfernt.
Ihre Musik, die sie nun schon seit Jahren unbeirrt pflegen, steckt voller Überraschungen, ist kurzweilig und unterhaltsam und wird immer wieder von kurzen, exotisch wirkenden Breaks aufgebrochen.

Julia Kadel Trio (D)

Julia Kadel (p)
Karl-Erik Enkelmann (b)
Steffen Roth (dr)

Als vor zwei Jahren „Im Vertrauen“ vom Julia Kadel Trio erschien, lasen sich einige Album Rezensionen fast wie Filmkritiken. 

Von Bildern war da die Rede, die am inneren Auge vorbeizogen, mal als Skizzen, dann wieder als ganz große Panoramen. Eine ungewöhnliche positive Reaktion auf das Debüt eines jungen Jazz-Trios. Mit den Lorbeeren und dem damit verbundenem Erwartungsdruck ist das Trio so entspannt und souverän umgegangen, wie ihre Musik von Beginn an klang.
Sie wissen, was sie wollen: „Als Trio sind wir unserer Vorliebe treu geblieben, einerseits meine Kompositionen zu spielen und andererseits frei zu improvisieren, dabei aber auch Spielkonzepte zu entwickeln, die sich irgendwo dazwischen bewegen“, sagt Julia Kadel.
Die Kompositionen von Julia Kadel stellen für sie und ihre Bandkollegen Klänge dar, die aus Bildern und Erlebnissen entwickelt werden. „Diesmal haben viele meiner Stücke eine ganz eigene Geschichte, aus der sie konkret entstanden sind“, sagt die Berlinerin. Julia Kadel ist überzeugt, es sei „zu kurz gedacht anzunehmen, Jazz wäre zu kompliziert oder komplex für den alltäglichen Musikhörer. Die Leute können durchaus mit immer wieder neuen Ohren zuhören und sich in jeder Form von Klang zu Hause fühlen.“ Die Auftritte der Band u. a. beim Jazzfest Berlin oder dem Überjazz-Festival in Hamburg wurden durchgehend positiv, teils sogar euphorisch, rezensiert. 

 

Atomic (S, NOR)

Fredrik Ljungkvist (ts, bcl)
Magnus Broo (tp)
Håvard Wiik (p)
Ingebrigt Håker Flaten (b)
Hans Hulbœkmo (dr)

Das im Jahr 2000 formierte schwedisch-norwegische Quintet Atomic ist eine der Supergroups der an innovativen Bands wahrlich nicht armen skandinavischen Jazzszene.

Der Kritiker François Couture betrachtet die Gründung von Atomic als Reaktion auf den (ironisch als Mountain Jazz bezeichneten) ECM-Stil im Modern Jazz, mit dem oft der skandinavische Jazz für viele Hörer gleichgesetzt würde.
Im Gegensatz zum ECM-Klang vieler skandinavischer Gruppen bezieht Atomic ihren Einfluss aber aus US-amerikanischen Vorbildern wie etwa Archie Shepp, Charles Mingus, George Russell, Albert Ayler, Ornette Coleman und die Musik der europäischen Szene der Neue Improvisationsmusik, wie Peter Brötzmanns Machine Gun von 1968 aber auch von E-Musik-Komponisten wie  Edgar Varèse.
Atomic steht auch der Musik des in Mainz bestens bekannten Ken Vandermark nah, mit dem Musiker der Band häufig zusammengearbeitet haben und arbeiten.

Julia Kadel Trio
Julia Kadel Trio
Atomic
Dietzner Loemsch Duo
Bild: © Frank Schindelbeck

Jazz
Sa., , Frankfurter Hof
Beginn: 19:00 Uhr, Einlass: 18:00 Uhr

Eintrittspreise: Tagesticket: VVK 25,- AK30,-
Festival-Ticket: VVK 44,. / AK 50,-
(Alle angegebenen Preise im Vorverkauf zzgl. VVK-Gebühr)



Veranstalter: mainzplus CITYMARKETING GmbH / Frankfurter Hof