Jasper van´t Hof & Angelique Kidjo

Jubiläumskonzert 70 Jahre Jasper van´t Hof & 50 Jahre Bühnenjubiläum

Nach über 25 Jahren geben Jaspers van´t Hofs und Angelique Kidjos in Stuttgart und Mainz zwei exklusive Konzerte in Deutschland. Mit den frühen Pili Pili fing alles an, Angelique Kidjo ist zwischenzeitlich zum Weltstart und zur neuen „ Mama Afrika“ avanciert. Sie werden Songs spielen, die aus Jaspers van´t Hofs und Angelique Kidjos Feder stammen.

 

Jasper vant Hof - piano, keyboards
Angelique Kidjo - Vocals
Stefan Lievestro - bass
Tony Lakatos - sax
Dra Diarra - drums, percussion, goni, vocals

 Geboren wird Jasper van’t Hof am 30. Juni 1947 in Enschede/ Niederlande. Als Kind eines Jazztrompeters und einer Sängerin bekommt er die Liebe zur Musik praktisch in die Wiege gelegt. Sein eigenständiges Interesse am großen, schwarzen Tastenmöbel entwickelt sich im Alter von fünf Jahren. Auf der Grundlage des folgenden Klavierunterrichts beginnt er als Teenager zu komponieren, erprobt sich in mehreren Schulbands und findet den lokalen Jazzclub ein hervorragendes Experimentierfeld.

Pili Pili – Ballads Of Timbuktu (Westafrikanische Geschichte mit traditionellen Rhythmen, Samples und Loops.)

1969 gründet er mit dem Gitarristen Toto Blanke und dem Drummer Piere Courbois die Formation “Association P.C.”, in der er als virtuosen Klanggestalter auffällt. “80 Prozent von Association P.C. war Elektronik”, erzaehlt Jasper. Die Band schafft den internationalen Durchbruch und wenig später findet man ihn in der ersten Reihe derjenigen Jazzer wieder, die durch elektronische Instrumente neue Klangästhetiken prägen. Sein österreichischer Kollege Joe Zawinul dringt zeitgleich mit dem Raumschiff “Weather Report” in ähnlich unerforschte Klangräume vor.

1972 wird er in einem Jazzpoll zum führenden europäischen Synthesizer-Spieler gewählt. Pork Pie, seine damals aktuelle Band mit dem Saxofonisten Charlie Mariano und dem Gitarristen Philipp Catherine erprobt die Grenzen des Jazz-Rock, in dem sie die technisch-künstlerische Virtuosität des Jazz mit der Extrovertiertheit der Rockmusik verbindet. “Das höchste, was ein Musiker erreichen kann, ist für mich auch heute noch die freie Improvisation aus der profunden Kenntnis seines Instruments heraus.”

1984 präsentiert er erstmals das bis heute erfolgreiche Projekt Pili Pili. Eine über 15-minütige Trance-Produktion mit African Drums macht ihn über Nacht auch in der Clubszene berühmt. Für die Aufnahmen zu “Hoomba Hoomba” (1985) stößt Angelique Kidjo zur Gruppe und spielt insgesamt fünf Alben mit ihnen ein, die als Ausgangspunkt ihres internationalen Erfolgs gelten.

Seine Karriere setzt sich bis heute aus beständigen Formationen (Eyeball, Association P.C.), stetig wiederkehrenden Projekten und losen Kollaborationen zusammen. Im Laufe seiner erfolgreichen Laufbahn arbeitet er mit bedeutenden Kolleginnen und Kollegen zusammen. Im Duo mit Archie Shepp (sax) veröffentlicht er Ende der 70er die wegweisende Aufnahme “Mamma Rose”, Zbiegnew Seifert (Man of Light), Jean Luc Ponty (geige), Alphons Mouzon (dr), Bob Malach (sax), Miroslav Vitous (bs), Didier Lockwood (geige), Ernie Watts (sax), Joey Baron (dr) , Marilyn Mazur (dr, perc), Wayne Krantz (git) Benny Golson (sax) , Dave Friedman (vibr), sind nur einige seiner weiteren Partner.

Zum 50-jährigen Geburtstag veröffentlicht er 1997 “Tomorrowland” mit Bob Malach und J.F. Jenny-Clarke (b). “Die CD ist für mich deshalb so wichtig, weil ich nun ordnen kann, was früher wild umherflog. Sie ruht in sich, schwelgt ein bisschen und vereint meinen ganzen Erfahrungsschatz. In der Jugend habe ich zehn Töne gebraucht, zehn Jahre später waren es dann sieben Töne, wieder 15 Jahre später vier Töne für ein und den selben Ausdruck. Nun, mit 50, reicht mir ein Ton, um alles zu sagen.

Doch auch nach seinem gefundenen Ton veröffentlicht er fleißig weiter und bedient sich dabei der kompletten zur Verfügung stehenden Tonskala. Seine enorme Kreativität bannt er in regelmäßgien Abständen auf hörenswerte Tonkonserven. Dazu gehört das 2002er-Album “Ballads Of Timbuktu” ebenso, wie das fünf Jahre später erscheinende “Live At Quasimodo”. 2008 erscheint mit “Pseudopodia” eine kontrovers diskutierte Scheibe. Von den einen als intim, packend und voller Seele erlebt, wird das Piano/Saxofon-Duett von den anderen als Beweis gesehen, dass es im Jazz keine “Untergrenze” gibt.

Jasper van’t Hofs Stil

Bei dem Versuch, die musikalischen Wege des niederländischen Pianisten und Keyboarders Jasper van’t Hof zu beschreiben, drängt sich unwillkürlich der Vergleich mit dem märchenhaften Pelzwechsler auf. Wie dieser besitzt van’t Hof die Gabe, in unterschiedliche Häute zu schlüpfen, sich darin wohl zu fühlen und sie vollständig auszufüllen. Bands wie ASSOCIATION PC, die kurzlebige Formation Eyeball oder die Maßstäbe setzende Gruppe Pork Pie stehen für den Fusion-Jazzer Jasper van’t Hof. Es waren jeweils Bands, die am Beginn neuer Entwicklungen im Jazz- und Rockbereich standen.

Daneben aber hat er immer auch – beinahe puristisch – Jazz gespielt, hat Solokonzerte am Konzertflügel gegeben, bei denen eine Empfindsamkeit dominierte, die kaum glaublich schien, wenn man ihn als „Feuerkopf“ bei anderer Gelegenheit an den Keyboards erlebt hatte. Und nach wie vor gibt er bewegende Duo-Konzerte mit Partnern wie Bob Malach, die ihm ans Herz gewachsen sind, deren musikalische Ausdrucksskala und Intensität ihn immer aufs Neue überzeugt.

Für die dritte „Haut“ steht das höchst erfolgreiche Ethno-Fusion-Projekt PILI PILI, mit dem van’t Hof einige Zeit vor den eigentlichen Start des Ethnotrends erste Clubhits lieferte. Zwanzig Jahre lang ist er mit Pili Pili, das quasi die afrikanische Seele des Mannes aus Endschede abbildet, unterwegs gewesen, hat hier vieles ausprobiert, indem er westafrikanische Highlife-Spontaneität und die Wunderwelt afrikanischer Trommelkünste mit eingängigen Fusion-Fanalen verknüpfte, hat mit dem bewegenden südafrikanischen Chorgesang experimentiert. Das Geheimnis von Pili Pili war die Kombination von afrikanischen Musikern, von denen einige inzwischen Stars im Weltmusikbereich geworden sind, mit europäischen Jazzmusikern.

 

Angelique Kidjo: “OYO”

Angelique Kidjo digs into her roots with her new Razor & Tie release, Oyo.  Roots that reach far beyond her West African homeland of Benin, because Grammy Award winning artist Kidjo is a definitive 21st century world artist.  Her art roves across boundaries, genres and ethnicities, finding the connections that link musical forms from every part of the world, while still bonding closely with her own traditions.

The songs on Oyo embrace rhythm & blues, soul music, jazz, and Beninese melodies, as well as a trio of her own original works.  Growing up in the port city of Cotonou, raised by parents who honored many forms of creativity, she was exposed to a far-ranging array of music and dance.  West Africa, in the ‘60s, had an omnivorous appetite for international pop music, and Kidjo was intensely familiar with the music of James Brown, Otis Redding and Carlos Santana, as well as Miriam Makeba and Bella Bellow before she reached her teens.

But the closing piece she selected for the album traces to even earlier memories.  Kidjo was only six years old the first time she sang in public, and the song was “Atcha Houn,” a traditional melody she describes as “a kind of parade music people sing before they go to war.  I sang it at my Mom’s theatre company,” she recalls.  “My Mom had to push me on stage to do it, but that’s when my addiction to singing, and to the stage, too, got started.”

Kidjo was delighted to have the superb guitarist/singer, Lionel Loueke – also a native of Benin, and a friend from her youth -- backing her on “Atcha Houn,” as well as numerous other songs on the CD  “His brother was in my class,” she says.  “Lionel understood exactly what I was trying to do when I told him I wanted to get into the music that influenced me as a child.”

That music – the music from her youth -- is the theme of the album’s mesmerizing tracks.  In the case of her renderings of four songs from iconic American pop music figures, each is a display of Kidjo’s ability to, as she says, “bring the music of Benin” into her interpretations.  Carlos Santana’s “Samba Pa Ti” emerges as a captivating ballad featuring Roy Hardgrove.  On “Cold Sweat,” featuring members of the Afro Beat band Antibalas, the horn-heavy riffs and call and response back-up singing frame a driving vocal from Kidjo that would surely have been a turn on for James Brown.  She remembers hearing Otis Redding’s “I Got Dreams To Remember” when she was young, and her brother telling her to “shut up” when she sang it, saying “You don’t know the words.” But Kidjo prevailed and sings it with a quality of soul that is utterly transcendent.  Another old familiar tune, Aretha Franklin’s “Baby I Love You,” begins with percussion and voices before Kidjo and Dianne Reeves dig into a stirring series of Franklin-inspired diva exchanges.

In the years after Kidjo’s initial exposure to the American pop music that “influenced [her] as a child,” her career escalated in a steadily rising arc.  Heard on national radio as a teen-ager, she moved to Paris in the early ‘80s, when the political situation in Benin became untenable for an independent creative artist.  Initially active in the jazz community, she gradually expanded her interests and, by the ‘90s had become a major international artist.

 Over the past decade, she has used her visibility to support a far-reaching collection of advocacy groups, from UNICEF (for whom she is a Goodwill Ambassador) to her own Batonga Foundation (providing educational aid to young African girls).  In September, 2009, she joined forces with UNICEF in a campaign to eliminate tetanus.  Payments for downloads of the song “You Can Count On Me” will provide vaccines to pregnant women and mothers, 

But she has never lost her African musical connections, the linkages of which are present in several traditionally-oriented pieces.  The dramatic, call-like melody of “Zelie” was composed by Toga’s Bella Bellow, and sung by Kidjo with articulate, theatrical intensity.  The lullaby “Lakutsn Llanga,” delivered in a sweet-toned interpretation, recalls Kidjo’s admiration for the late Miriam Makeba.  “Mbube,” performed with a spirited rhythmic propulsion and also associated with Makeba (and Harry Belafonte) is, says Kidjo, “the original version of ‘The Lion Speaks Tonight,’ before it had French or English lyrics.”  And John Barry’s music from the Sidney Pollack film, “Out of Africa,” is sung with passionate intensity.  “I had to sing it,” she explains, “because the music was so perfectly done.”
 
 Kidjo’s original songs illuminate the emotional range of her creativity.  She describes the spirited “Kelele” as a “High Life from Ghana,” and goes on to add that “Everywhere I go in the world I want people to remember that they are human beings and to remember that if we don't have fun, everything we do will have no taste.”  And traces of Brazil course through the lyrical, floating rhythms of “Afia,” written with guitarist/singer Vinicius Cantuaria.

Two other items further illustrate her open-minded receptivity to different forms of music.  “Petit Fleur” is a classic jazz piece written by soprano saxophonist Sidney Bechet, and a favorite song of Kidjo’s father, who died in the Spring of 2008.  “I had to include something to remember him,” says Kidjo.  “He produced my first concert, and he stood up against those people who said ‘You should never let your child become an entertainer’.”  She invests the French lyrics with the intimate warmth of loving memory. 

“Dil Main Chuppa Ke Pyar Ka,” a very different song, may be the most unusual track on the CD.  Beginning with the sound of an Indian  flute, it switches quickly into a jaunty rhythm combining African High Life with the spirit of Bollywood film music.  It’s source is an Indian musical film called Aan, Kidjo saw in her youth.  “I loved it, and I never forgot one of the songs,” she explains.  “But it took my brother, who flies to India for his job, to find it for me.  I sent him an MP-3 of what I remembered and – incredibly – he found the film and the song.” 

Given the stylistic range of the selections, the music for OYO was recorded in an amazingly short period of time.  “In four days, with the help of Christian Mc Bride on upright bass, Kendrick Scott on drums and percussionnist Thiokho Diagne” says Kidjo, “we did 16 songs.  But it wasn’t hard, because I have so much music in my brain.  It was there, it was dominant, it was ready to be expressed, and I urgently wanted to express it.“

And express it she did, with the same kind of charismatic life force that Kidjo expresses in her stage performances.  Asked about her seemingly boundless enthusiasm, drive and creativity, she simply laughs and says, “Without challenges in life, we get bored.  Me, I just always keep in mind what my grandmother used to say, 'You rest when you die’.”

- Don Heckman
 

Bild: © Gilles Marie Zimmermman

Di., , Frankfurter Hof
Beginn: 20:00 Uhr, Einlass: 19:00 Uhr

Eintrittspreise: VVK
Sitzplatz 20,- bis 34,- €
Stehplatz 25,- €

AK
Sitzplatz 24,- bis 38,- €
Stehplatz 29,- €

(Alle angegebenen Preise im Vorverkauf zzgl. VVK-Gebühr)

  Tickets

Veranstalter: mainzplus CITYMARKETING GmbH / Frankfurter Hof